Sardinien (Frühjahr 2009)

Die Karte

0.Tag:

Nieheim - Feuchtwangen

Nachdem die erste Wohnmobilreise nach Sardinien geführt hatte und wir damals nur den Nordteil "geschafft" hatten, sollte es nun noch einen Angriff auf den Süden geben und zwar im Frühjahr, um die Landschaft grün und blühend zu erleben. Da wir am Sonntag um 15 Uhr die Fähre in Civitavecchia erreichen mussten und demnach 1450 KM vor uns lagen, brachen wir bereits am Freitagnachmittag auf. Deswegen nullter Tag.

Übernachtung in einem Dorf am Straßenrand bei Feuchtwangen( Immer nach dem Prinzip: Niemals auf der Autobahn übernachten).

 

1.Tag:

Feuchtwangen - Viareggio

Spaziergang und Besichtigung: Campione am Lago di Lugano

Ich hatte die Devise ausgegeben, dass wir, um am Sonntag auf keinen Fall in Zeitdruck zu geraten, am Samstag das Mittelmeer erreichen müssten. Deswegen standen uns ca. 800 KM bevor, was nach meiner Erfahrung mit dem Wohnmobil keine Kleinigkeit ist. Gegen 21 Uhr erreichten wir dann Viareggio, nicht ohne zuvor in Lugano/Campione den erwähnten Spaziergang zu machen. Campione stellt insofern eine Besonderheit dar, als es italienisches Staatsgebiet ist, das inmitten der Schweiz liegt.

Übernachtung auf einem Parkplatz in Viareggio, der ausdrücklich auch für Wohnmobile zugelassen ist. Keine Ausstattung, aber zentral in Wohngegend gelegen. In Italien findet man Plätze sehr gut über die Webseite www.camperonline.it (allerdings in italienisch).

 

2.Tag:

Viareggio - Civitavecchia/Olbia/San Teodoro

Noch 300 KM bis zur Fähre. Es blieb noch Zeit, einen Spaziergang im Naturschutzpark Tombolo della Feniglia bei Orbetello zu machen. Ein ausgedehnter Pinienwald auf einer Landzunge zwischen Lagune und offenem Meer.

Sehr rechtzeitig erreichten wir die Fähre. Pünktlich stellte sich auch Dauerregen ein. Zum Glück durften wir mit unserer Dalmatinerhündin auch die Räume des Schiffes betreten.

Nach 5 Stunden Seereise Ankunft in Olbia. Erneut nach einer Information von camperonline landeten wir zu fortgeschrittener Stunde auf einem Übernachtungsplatz in San Teodoro( am Sportplatz).

3.Tag:

San Teodoro - Cala Gonone

Wanderung: Im Lainattotal

Besichtigung: Posada, Su Colognone

Endlich am Ziel. Die Erwartungen waren derart hochgesteckt, dass ich den Tag irgendwie als zumindest teilweise missglückt empfand: Die Festung von Posada war geschlossen, der Abstecher zum Brunnenheiligtum Su Tempiesu schien mir zu lang, bei Nuoro verfuhr ich mich, der ausgeschilderte Supermarkt war nicht zu finden, die von mir geschickt ausgewählte Tankstelle musste selbst noch betankt werden, die "berühmte" Karstquelle Su Colognone mag für die klimatischen Bedingungen Sardiniens eine Besonderheit darstellen, rechtfertigt jedoch keinen Eintrittspreis von 5 �.

Allerdings stellte die Aussicht in die Bucht von Cala Gonone  eine gewisse Entschädigung dar. Hier waren wir bereits beim ersten Besuch gewesen. Der Tunnel ist inzwischen für jedes Wohnmobil problemlos zu befahren. 2001 musste man bei 3,20 Hohe noch in der Mitte fahren, um nicht seitlich anzustoßen.

 

Übernachtung auf dem ausgeschilderten Wohnmobilstellplatz( siehe www.camperonline.it)

 

4.Tag:

Cala Gonone - Tortoli

Wanderung: In Cala Gonone, zum Belvedere di Baunei

Besichtigung: Supramonte, Lainattotal, Klippen von Arbatax

Erneut wurde meine Planung zunächst empfindlich gestört. Wir wollten eigentlich zur Cala Luna wandern. Leider war aber bereits die Zufahrtsstrasse zum Ausgangspunkt gesperrt und so uneinladend beschildert, dass wir auch nicht wagten, zu Fuß weiterzugehen. Zum Glück hatte ich am Tag zuvor eine andere vielversprechende Strecke gesehen, die in nördlicher Richtung entlang der Küste führte. Die Wahl erwies sich als echter Glücksfall. Ein wunderbarer Weg mit großartiger Aussicht auf die Bucht. Die Aussicht wurde allerdings mit einsetzendem Regen zusehends schlechter.

Sehr empfehlenswert ist die Strecke, die wir dann Richtung Arbatax fuhren. Sie führt entlang des Supramonte mit wunderbarer Aussicht auf die wilde Gebirgswelt und hinunter in das weitläufige Lainattotal hinüber zur Schlucht Su Goruppu.

Übernachtung spontan in einem Wohngebiet in Tortoli.

 

5.Tag:

 

Tortoli - Capo Ferrato

Wanderung: In den Tacchi bei Ulassai

Besichtigung: Ulassai, Capo Bellavista, Capo Ferrato

Die Durchfahrt durch den Ort Jerzu war mediterran interessant. Sie ist wegen der Enge der Straßen durch zwei gegenläufige parallele Einbahnstraßen geregelt, wobei natürlich diejenige, die wir hätten benutzen müssen, für Wohnmobile nicht geeignet war, worauf wir sofort, als ich zögerte, von Einheimischen hingewiesen wurden. Diese bedeuteten energisch, dass wir entgegen der erlaubten Fahrtrichtung die andere Straße benutzen sollten. Nur gut, dass die Polizei bereits vor uns hindurchgefahren war.

Übernachtung auf dem Campingplatz beim Capo Ferrato, mit schöner Stellmöglichkeit direkt am Strand( im April).

 

6.Tag:

 

Capo Ferrato - Teulada

 

Spaziergänge: am Capo Boi, am Capo Malfatano

Besichtigung: Nora

Fahrt entlang wunderbarer Küsten( Costa Rei, Küste zwischen Villasimius und Cagliari, Costa del Sud) mit gelegentlichen Aussteigen und kurzen Spaziergängen zu Aussichtspunkten.

An der Costa del Sud hielten wir an einem Punkt, der mir als Ausgangspunkt für einen Spaziergang zum Capo Malfatano geeignet erschien. Dabei erspähten wir unten an der Küste drei Wohnmobile, die in unverschämt luxuriöser Lage am Strand parkten. Angesichts der schon etwas fortgeschrittenen Stunde war zu vermuten, dass sie dort die Nacht verbringen wollten. Wir konnten sie unmöglich um unsere Gesellschaft bringen! Die Zufahrt erfolgte allerdings über eine ausgeprägte jedoch nur kurze Rumpelstraße. Kaum zu glauben, dass man heute noch in derartiger Lage frei stehen kann. aber das geht wohl auch nur außerhalb der Hauptreisezeit. Der Stellplatz ist wohl in der aktuellen Auflage "Mit dem Wohnmobil nach Sardinien" als "Geheimtipp" beschrieben.

7.Tag:

 

Teulada - Buggerru

Wanderung: am Capo Spartivento

Besichtigung: Hohle Is Zuddas( einzigartig durch die "exzentrischen Aragonite")

Fahrt entlang der aussichtreichen Küstenstrasse zwischen Carbonia und Buggerru, inzwischen gut ausgebaut.

Übernachtung auf dem ausgeschilderten Platz direkt in Buggerru in schöner Lage mit Camperservice( offiziell gegen Entgelt, kassiert wurde nicht).

 

8.Tag:

 

Buggerru - Costa Verde

Wanderung: Grotta Su Marmuri - Tempio di Antas

Spaziergang: In der Dünenlandschaft der Costa Verde

Wir hatten uns darauf verlassen, vormittags für das Wochenende einkaufen zu können, mussten jedoch leider erkennen, dass die Geschäfte wegen eines Feiertags geschlossen hatten. Schnell prüften wir unsere Vorräte und kauften noch zwei belegte Brötchen und eine Flasche Wasser in einer Bar ein. Mit diesen Einkäufen und den Restbeständen schafften wir es halbwegs bis Montag zu überleben, wobei uns am Montag nach dem Frühstück praktisch nur noch etwas Wein verblieben war.

Als die asfaltierte Straße der Costa Verde endete, parkten wir und ich sah mir den weiteren Verlauf bis zum Hotel mit dem Fahrrad an. Obwohl einige Wohnmobile den Parkplatz am Hotel erreicht hatten, kann ich von der Strecke nur abraten. Tiefe Furchen, recht steile Passagen, Bachfurten und sandige Abschnitte erwarten den Unerschrockenen. Hingegen kann man die Dünenlandschaft recht gut zu Fuß erreichen. Möglicherweise ist die Strecke über Ingurtosu etwas besser. Aber ob es sich wirklich lohnt, ist die Frage, zumal das Übernachten auf dem Parkplatz vor dem Hotel ohnehin nicht erlaubt ist. Dagegen kann man etwas abseits der Asfaltpiste zumindest in der Nebensaison ein nettes Plätzchen in Strandnähe und in der Macchia ergattern. So ist es uns jedenfalls in der Nähe einer Feriensiedlung und einer Pizzeria geglückt ( s. Foto).

 

9.Tag.

 

Costa Verde - Cagliari

Wanderung: Teilstück des beschilderte Wanderweges( Mari e Miniere) bei Masua

Besichtigung: Iglesias

In gewisser Weise der spannendste Tag: Das Navi war der Meinung, einen ganz besonders günstigen Weg zum offiziellen Wohnmobilstellplatz Cagliaris gefunden zu haben und riet uns, die breite Schnellstrasse zu verlassen und stattdessen die engen Strassen der Vorstädte zu erkunden. als sich eine ganz heikle Engstelle näherte, wollten wir wenden, was jedoch wegen der hinter uns befindlichen zahlreichen Fahrzeuge unrealistisch war. Ein einheimischer Fahrer eines nachfolgenden Autos( klein ist die Welt), erklärte uns in bestem Deutsch, er sei ebenfalls Wohnmobilfahrer und garantiere, dass wir hindurchkämen. Es stimmte, aber nur mit eingezogenen Spiegeln und zwei, drei Zentimetern Platz auf beiden Seiten.

Das Navi sah sich auch nicht in der Lage, den Stellplatz zu finden. Die Suche wurde auch durch den Umstand, dass auf camperonline keine Straße und nur Koordinaten angegeben waren, nicht unbedingt erleichtert. Letzter Ausweg: die Polizei. Ein örtlicher Sheriff mit Zweirad ausgerüstet schien mir ein dankbares Opfer. Er kannte den Platz, meldete sich bei seiner Zentrale ab und übernahm mit den Worten "Vi faccio strada" = etwa "ich mache euch den Weg frei" die Führung. So ereichten wir mit Eskorte in kurzer Zeit den Platz.

 

10.Tag:

 

Cagliari - Borutta

Besichtigung: Cagliari, Brunnenheiligtum und Nuraghe Santa Barbara

 

Übernachtung an der Kirche San Pietro di Sorres, mit dem Wohnmobil nach Sardinien 3. Auflage, S. 149

 

11.Tag:

Borutta - Isola dei Gabbiani/Palau

Besichtigung: Tempio Pausania, Agguis, Valle di Luna, Isola Rossa, Cala Sarraini

Übernachtung auf Campingplatz Isola dei Gabbiani( Dieser hatte uns damals, 2001, so gut gefallen. Auf einer kleinen Insel gelegen mit holpriger Zufahrt über eine sandige Landzunge, hatte er wunderbare Stellplätze direkt am Ufer. Diese Bereiche gehören aber seit diesem Jahr nicht mehr zum Campingplatz).

12.Tag:

Isola dei Gabbiani/Palau

Wanderung: Caprera

Besichtigung: Panoramastraße La Maddalena

Der Damm nach Caprera wurde gerade erneuert und war deswegen nicht befahrbar. Allerdings dürfen ihn nach Schilderlage Wohnmobile ohnehin nicht benutzen. Nachdem wir dem Bauleiter versichert hatten, wir würden zu Fuß hinübergehen wollen, erteilte er uns eine Sondererlaubnis, ließ den Bagger beiseite fahren und wir konnten passieren.

Übernachtung auf Campingplatz Isola dei Gabbiani

13.Tag:

Isola dei Gabbiani/Palau - Olbia

Wanderung: Capo Testa

Besichtigung: Costa Smeralda, Olbia

Übernachtung: Südlich Olbia( Lido del Sole), mit dem Wohnmobil nach Sardinien 3. Auflage, S. 17

 

14.Tag:

Olbia/Civitavecchia - Berceto

Spaziergang: Wieder Tombolo della Feniglia

Übernachtung: in einem Wohngebiet in Berceto

 

15.Tag:

Berceto - Oberthulba

Spaziergang: Como

Übernachtung: in einem Wohngebiet in Oberthulba

 

16.Tag:

Oberthulba - Nieheim