Kroatien/Dalmatien (Frühjahr 2010)

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Der dritte Versuch nach Kroatien/Dalmatien! Diesmal hat es geklappt! Nur diverse Technikprobleme trübten den Gesamteindruck. Doch davon gleich.

1. Tag:

Nieheim - Frasdorf

Spaziergänge: In Bad Kissingen und im Altmütal.

Bereits nach einer Pause in Bad Kissingen hatte ich beim langsamen Anfahren den Eindruck, daß die Lenkung vibrierte. Ab einer Geschwindigkeit von etwa 70 km/h war jedoch nichts mehr zu verspüren, jedenfalls nicht auf den nächsten etwa 1000 Kilometern. Leider war eine Verschlimmerungstendenz trotz Ingnorierungsversuchen nicht wegzudiskutieren.

Nach einem weiteren Entknotungstop im Altmühltal Übernachtung in Frasdorf zwischen München und Salzburg auf einem privat angebotenen Stellplatz.

2. Tag:

Frasdorf - Gemona

Spaziergänge: Am Millstätter See und in Villach

Der Tag begann mit der wenig Begeisterung auslösenden Wettervorhersage, daß die Schneefallgrenze 600 - 800 Meter betragen würde. Winterreifen hatten wir nicht im Gepäck. Leider ist auch die Tauernautobahn abschnittsweise höher als 600 Meter gelegen. Der Niederschlag hielt sich zum Glück sehr in Grenzen und Schnee blieb nicht auf der Fahrbahn liegen. Trotzdem waren wir ganz froh, als wir in Kärnten in tiefere Gefilde kamen. Mit dem Mittelmeer in Griffweite sollte doch mit dem Schnee Schluß sein!

Kleine bis mittlere Stops am Millstätter See, in Villach und am Faaker See lockerten die Strecke auf.

Übernachtung in Gemona in Friuli auf einem vorbildlichen Stellplatz mit geradezu sensationeller Ver- und Entsorgungsstation(zu finden auf www.camperonline.it).

2. Tag:

Gemona - Selce

Spaziergäge: In Duino(Rilkeweg) und Opatija

Wir hatten uns für die Strecke über Udine und Trieste entschieden, um nach etwa einem Jahr Abstinenz wieder einmal italienische Luft atmen zu können(und außerdem italienische Lebensmittel einkaufen zu können).

Übernachtung auf dem Campingplatz in Selce südlich von Rijeka.

Angesichts der Warnungen hinsichtlich freien Übernachtens in Kroatien in "mit dem Wohnmobil nach Kroatien, Auflage 2009", wollten wir keine Experimente eingehen und haben jeden Nachmittag einen Campingplatz angesteuert. Angesichts der frühen Jahreszeit gab es zwar nur wenige, aber doch ausreichend offene Plätze. Da sie kaum frequentiert waren, hatten wir jeden Tag, bis auf Dubrovnik, einen lauschigen Platz direkt am Meer.

4. Tag:

Selce - Sv. Filip i Jakov

Wanderung: Paclenica-Schlucht

Bei der Wanderung in der Paclenica-Schlucht wurde mir klar, daß die Weiterfahrt ohne Werkstattbesuch zwecklos war. Das immer stärker spürbare Ruckeln der Lenkung war einfach zu bedrohlich. Mir schien der Raum Zadar geeignet. Die Stadt sollte groß genug sein, um eine geeignete Werkstatt zu haben. Außerdem hätten wir uns auch einen Tag mit einem Mietwagen behelfen könen.

Ich hatte die Hoffnung, daß man uns auf einem Campingplatz erste Hinweise würde geben können. Und es gab einen Volltreffer! Abgesehen davon, daß ohnehin anscheinend jeder Kroate deutsch oder englisch spricht, empfing uns der Platzwart des kleinen "Garten"-Campingplatzes "Rio" sofort mit "Einen schönen guten Abend!" und meinte nach meiner Frage hinsichtlich einer Werkstatt, daß er schon mehrfach Urlaubern diesbezüglich habe helfen können; in Zadar befinde sich eine Fiat-Werkstatt, die er am nächsten Morgen anrufen werde.

Übernachtung: Kamp Rio in Sv. Filip i Jakov

5. Tag:

Sv. Filip i Jakov/Zadar

Wanderung, Besichtigung: auf Ugljan zum Aussichtspunkt Sv. Mihovil, Zadar

Der Tag der Reparatur! Der freundliche Platzwart hielt Wort und bereits gegen 10 Uhr wurde das Mobil einem Test unterzogen. Die Vorderreifen waren aufgrund fortgeschrittener Alterung(sie hatten allerdings noch mehrere Millimeter Profil und hatten wenige Wochen zuvor den (wirklich?) kritischen Blicken des TÜV standgehalten) im Zustand der Zersetzung mit einer entsprechenden Laufunruhe. Die Werkstatt hatte zwar keine Ersatzreifen, vermittelte uns aber sofort an einen entsprechenden Reifendienst weiter und verlangte für ihren Einsatz nicht einmal eine Vergütung. Auch der Reifendienst, der innerhalb einer halben Stunde den Austausch vornahm, war keineswegs teuer. Kroatien hatte uns gastfreundlich aufgenommen. Profitieren wir eventuell sogar noch davon, daß Deutschland die staatliche Selbständigkeit Kroatiens sehr unterstützt hat?

So kam es, daß wir den Nachmittag noch zu den oben angegebenen Aktivitäten nutzen konnten.

Übernachtung: Kamp Rio in Sv. Filip i Jakov

6. Tag:

Sv. Filip i Jakov - Omis-Rogoznica

Wanderung, Besichtigung: Krka-Wasserfälle, Cetina-Schlucht

Übernachtung auf einem Campingplatz in Omis-Rogoznica in prächtiger Hanglage.

7. Tag:

Omis-Rogoznica - Orebic

Spaziergang, Besichtigung: Makarska, Makarska Riviera, Orebic

Auf dieser Route, also mit der Fähre von Ploce nach Peljesac, vermieden wir zunächst die Passage durch Bosnien/Herzegowina. Das war aber nicht beabsichtigt, wir wollten nur unbedingt nach Orebic und Korcula. Die Überfahrt gestaltete sich auch dadurch abwechslungsreich, daß ich ein nettes Gespräch zwei Bosniern hatte(natülich auf Deutsch!). Sie hatten den Krieg als Flüchtlinge in Deutschland verbracht und waren voll des Lobes führ unser Land. Das hat man auch nicht alle Tage.

Übernachtung auf einem Campingplatz in Orebic

8. Tag:

Orebic - Dubrovnik

Spaziergang, Besichtigung: Korcula, Ston

Wir setzten ohne das Wohnmobil nach Korcula über. Die normale Fähre legt etwa 3 KM von Korcula-Stadt entfernt an, so daß man ein Stück gehen muß(oder das Taxi nimmt). Es gibt eine schöne Abkürzung, die man aber erst nach Orientierung in Korcula-Stadt findet(oder man fragt einen beliebigen Einheimischen gleich am Hafen(spricht bestimmt deutsch)).

Übernachtung auf dem Campingplatz Dubrovniks(mit mehr aks 200 Kuna pro Nacht, ca. 30 Euro, der teuerste Campingplatz aller Zeiten, aber man hat praktisch keine Wahl).

9. Tag:

Dubrovnik

Wanderung, Besichtigung: zum Zentrum Dubrovniks und zurück, Dubrovnik, Cavtat

Wir marschierten vom Campingplatz in die Altstadt, weil wir in Begleitung unseres Dalmatiners(kein Scherz, es handelt sich um eine Hündin) nicht den Bus benutzen konnten. Wir hatten also einen Dalmatiner nach Dalmatien gefahren und mussten in der Perle der Adria anderen Touristen als Fotomotiv dienen(wenn die Einheimischen schon keine authentischen Hunde vorzuweisen haben).

Trotz der durchaus nennenswerten Strecke konnten wir es nicht lassen, am Nachmittag noch in das malerische Cavtat zu fahren. Das wurde dann der südlichste Punkt der Reise.

Übernachtung auf dem Campingplatz Dubrovniks(leider nochmal).

10. Tag:

Dubrovnik - Trogir

Besichtigung: Split

Heute also die Durchquerung des Bosnien/Herzegowina-Korridors. Zunächst kam es mir doch noch ein wenig merkwürdig vor, mich in einem Land zu befinden, dessen Name mit nicht sehr lange zurückliegenden Massakern verbunden ist. Aber natürlich ist es inzwischen ein fast normales europäisches Land geworden. Die Passage war auch, wie eigentlich nicht anders zu erwarten, völlig unproblematisch.

Wir fuhren ein Stück der neuen Autobahn, die jetzt bis ca. 70 Km südlich von Split reicht. Bei der recht hohen Geschwindigkeit und mit gutem Straßenbelag glaubte ich ein beunruhigendes Vibrieren aus dem hinteren Bereich des Wagens wahrzunehmen. Natürlich begannen nun die Hinterreifen, die ich leider nicht bereits in Zadar hatte austauschen lassen, das Schicksal der ehemaligen Vorderreifen zu teilen. Da es bei geringer Geschwindigkeit nicht auffiel, ignorierte ich das Vibrieren eine Weile mutig. Besser wäre es gewesen, in an nächsten oder übernächsten Tag in Zadar an derselben Stelle wie auf der Hinreise die Reifen zu wechseln.

Übernachtung auf einem Campingplatz bei Trogir(mit unterschiedlichen Preisen je nach Standplatz!)

11. Tag:

Trogir - Sv. Filip i Jakov

Besichtigung: Trogir, Rogznica, Primosten, Sibenik

Übernachtung nochmals auf dem Campingplatz Rio in Sv. Filip i Jakov

12. Tag:

Sv. Filip i Jakov - Plitvice

Besichtigung, Wanderung: Plitvicer Seen

Endlich die Hauptsehenswürdigkeit Kroatiens. Wir hielten uns ca. 5 Stunden im Gelände auf und unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Wirklich ein Weltwunder!

Übernachtung auf dem Campingplatz in der Nähe der Seen. Er ist voll auf den kurzen Besichtigungsaufenthalt eingerichtet, der oft nur eine Übernachtung erforderlich macht. Ein- und Auschecken kann ohne aus dem Wagen auszusteigen erfolgen. Ein Wort zur Ver- und Entsorgung im allgemeinen. Kroatien ist zwar mit reichlich Campingplätzen in wunderbarer Lage ausgestattet, aber auf Wohnmobiltourismus (noch?) nicht gut vorbereitet. Entsorgungstationen sind teilweise gar nicht vorhanden, so daß das Abwasser mit Eimern in zweifelhafte Kanäle geleitet werden muß. Oder die Station kann wegen beengter Verhältnisse nur schwer angefahren werden. Es wird aber selbstverständlich phantasiereich improvisiert.

13. Tag:

Plitvice - Mittersill

Besichtigung: Novi Vindolski, Bakar

Nachdem wir Fahrt aufgenommen hatten, wurde klar, daß das Vibrieren, das bereits zwei Tage zuvor bemerkbar gewesen war, sich durch Ignorieren nicht beeindrucken ließ. Es wurde im Gegenteil nach und nach auch akustisch störend. Dennoch reichte es noch für die meiner Ansicht nach günstigste Strecke via Trieste, Udine, Plöckenpaß, Felbertauernstraße bis nach Mittersill.

Übernachtung erstmals wieder "wild" (auf einem Parkplatz in Mittersill).

14. Tag:

Mittersill - Nieheim

Spaziergang: Am Rothsee

Am Morgen war mir klar, daß wegen der Reifen etwas passieren musste. In einer Werkstatt prüfte ein Mechaniker den Zustand und befand, daß zumindest der rechte Hinterreifen einen inakzeptablen Zustand erreicht hatte. Einige hundert Meter entfernt war ein Reifendienst, der allerdings keine passenden Reifen vorrätig hatte. Aber ich hatte ja noch den recht gut erhaltenen Reservereifen, den mir die freundliche Werkstatt zum Preis von 5 Euro aufzog.

Nun noch Augen zu und durch mit dem letzten verbliebenen Problemreifen!