Kampanien (Frühjahr 2004)

Die Karte

1.Tag:

Nieheim – Bardolino

Ziel dieser Reise war der Naturpark Cilento im südlichen Kampanien, dessen Hauptstadt Neapel ist.

Übernachtung auf dem großen Zentralparkplatz in Bardolino.

2.Tag:

Bardolino – Bagnoregio

Bagnoregio gehört zu den international eher unbekannten Sehenswürdigkeiten Italiens, ist aber auf jeden Fall einen Abstecher wert. Der historische Ort befindet sich auf einem Felsplateau, das wie eine Insel aus der Landschaft ragt und die Besonderheit aufweist, dass der brüchige Stein überall abbröckelt und der das Plateau deswegen immer kleiner wird, so dass der Ort inzwischen quasi unbewohnt ist. Er ist auch nur zu Fuß über eine Brücke zu erreichen. In Italien wird er als "la citta' che muore" bezeichnet, also die Stadt, die stirbt.

Übernachtung auf dem zentralen Platz der Neustadt.

3. Tag:

Bagnoregio - Rom

Besichtigung: Sutri

Wanderung: Rom, Lago di Bracciano

Wenn hier Rom unter Wanderung aufgeführt wird, so handelt es sich dabei um kein Versehen. Wir erreichten den am Stadtrand befindlichen Campingplatz gegen Mittag und wollten die Zeit nutzen. Da ein regelgerechter Rombesuch mangels Zeit nicht angebracht war und wir bereits mehrfach in Rom waren, kamen wir auf die verwegene Idee, doch einfach mal kurz zur Spanischen Treppe und zurück zu laufen(auch hier kann ich es nicht lassen darauf hinzuweisen, dass die Bezeichnung Spanische Treppe falsch ist; sie mündet auf den Spanischen Platz, heißt aber Treppe der heiligen Dreifaltigkeit am Berge).
Jedenfalls wurde die Wanderung zu einem anstrengenden aber überraschend eindrucksvollen Erlebnis. Einige hundert Meter ging es sogar noch an Wiesen und Weiden vorbei, dann aber begannen die pulsierenden Vorstädte Roms, die ihren ganz eigenartigen Reiz haben. Rom einmal ganz anders und wer ist denn schon in Rom gewandert?

4. Tag:

Rom - Palestrina

Besichtigung: Tivoli, Villa Adriana, Villa Este

Übernachtung in Palestrina, Mit dem Wohnmobil nach Süditalien, der Westen S. 26

5. Tag:

Palestrina - Pozzuoli

Besichtigung: Caserta(La Reggia), Solfatara, Baia, Bacoli

Endlich die wunderbare Gelegenheit, in Neapel Wohnmobil zu fahren!?. Auf späteren Reisen haben wir festgestellt, dass Italien verkehrschaosmässig sogar noch steigerungsfähig ist(etwa Lecce oder Caserta).

Übernachtung auf dem Campingplatz Pozzuoli.

6. Tag:

Pozzuoli - Castellabate

Mit dem Erreichen Agopolis waren wir im Zielgebiet angekommen. Angesichts der während der Anreise absolvierten Unternehmungen wird deutlich, das eigentlich der Weg das Ziel ist.

Besichtigung: Paestum, Agropoli

Übernachtung: Einfacher Parkplatz in Castellabate (Die in Mit dem Wohnmobil nach Süditalien, der Westen genannten Plätze waren zu dieser frühen Jahreszeit nicht zugänglich).

7. Tag:

Castellabate - Palinuro

Besichtigung: Acciaroli, Ascea, Pisciotta ,Capo Palinuro

Da der Frühling kaum begonnen hatte, waren die Campingplätze, die hier in Kampanien doch eher auf Badegäste ausgerichtet sind, weitgehend geschlossen. Deswegen war das Platzangebot eher spärlich. Durch Zufall entdeckte ich kurz vor Palinuro einen Hinweis auf einen Camperservice, der von einem auch eher geschlossenen Campingplatz angeboten wurde. Eher deswegen, weil offen oder geschlossen je weiter man nach Süden kommt mehr und mehr eine Frage der Auslegung und der Tagesform des Besitzers ist. Das Tor stand zwar offen, der Platz war aber ganz offensichtlich noch im Winterschlaf. Eine sich als verantwortlich darstellende Person hatte nichts dagegen, dass wir uns irgendwo platzierten, wenn wir uns damit abfinden konnten, dass die üblichen Einrichtungen eben noch nicht nutzbar waren. Das reichte uns aber. Mit etwas Erfindungsgeist konnte man doch in den Sanitärsbereich eindringen und irgendeinem Wasserhahn feuchtes Nass abringen. Was will der Womofahrer mehr?
Wir blieben zwei Nächte und bei der Abrechnung wurde ohne Diskussion die eingeschränkte Nutzbarkeit in Rechnung gestellt, so dass letztlich ein lächerlicher Betrag übrigblieb.

8. Tag:

Palinuro

Wanderung: zum Santuario di Sant'Antonio bei Camerota

Besichtigung: Camerota, Golfo di Policastro

9. Tag:

Palinuro - Cerrocupo

Wanderung: zur Punta di Licosa

Besichtigung: Grotte di Castelcivita

Der Abend dieses Tages wurde zu einem der amüsantesten Erlebnisse aller meine Reisen und das sind, das darf ich in aller Bescheidenheit wohl sagen, nicht wenige.
Derartige Erlebnisse ergeben sich ganz zufällig. Man kann sie nicht anstreben. Es geschieht oder es geschieht nicht. Hilfreich sind allerdings im Ausland Sprachkenntnisse.
Wir erreichten nach einigem Suchen die Gaststätte, die eher eine kleine Kneipe(=Bar in italienisch) war. Ein Youngster erlaubte uns, dass wir uns auf den allerdings einigermaßen ungepflegten Parkplatz stellten. Wir hatten uns vorgenommen, als Gegenleistung das Abendessen in dem Lokal einzunehmen und begaben uns gegen 20 Uhr hinein. Unser Anliegen, das wir gegenüber der jungen Frau hinter der Theke(Tiziana, wie sich herausstellte) vorbrachten, löste allerdings eher Verlegenheit aus. Ein hinzugezogener älterer Mann(wahrscheinlich der Stammesälteste) teilte uns mit, dass zunächst La Mamma konsultiert werden müsse, ob da noch etwas zu machen sei. Mein Magen freute sich nicht gerade über die Aussicht, eventuell mit den im Wohnmobil vorhandenen Vorräte Vorlieb nehmen zu müssen. Als der Alte zurückkehrte, übermittelte er uns die erleichternde Nachricht, das Mamma noch ein wenig Tomatensoße(das kann doch in einem italienischen Haushalt auch gar nicht anders sein!) und etwas Fleisch bzw. Wurst habe. Na also, das reicht doch.
Wir wurden in einem eher kühlen Raum geführt, der sicher hin und wieder als Speisesaal genutzt wird. Nun mußte schnell ein Tisch für uns gedeckt werden. Nach einiger Zeit wurde auch schon der erste Gang aufgetischt. Pasta mit einer wunderbaren Tomaten-Fleisch-Soße. Zwischendurch entwickelte sich immer wieder ein kleines Gespräch. Dann kam der Hauptgang, der im wesentlichen aus Kalbschnitzel und einer undefinierbaren aufgeschnittenen groben Bratwurst bestand. Ebenso köstlich wie der vorherige Gang. Nun waren wir eigentlich schon gut gesättigt, als ohne Vorwarnung die erste Nachspeise serviert wurde, und zwar eine Art Schmalzgebäck. Nach Vertilgung dieses weiteren kulinarischen Genusses verspürten wir bereits ein beträchtliches Spannen der Bauchdecke, aber Mamma war erbarmungslos: Es gab noch Apfelsinen, die fürchterlich verschrumpelt aussahen und vermutlich soeben im hauseigenen Garten gepfückt worden waren, aber auch ganz hervorragend schmeckten. Nun erbarmte sich Mamma und entließ uns.
An der Theke, die wir eigentlich nur zum Bezahlen angesteuert hatten, entwickelte sich noch ein anregendes Gespräch mit Tiziana, das sie uns noch durch zwei Gläser wohl selbstgebrauten Erdbeerlikörs versüsste.
Unter normalen Umständen hätte dieses Luxusmahl ein Vermögen gekostet. Aber ich ahnte schon, dass auch insofern eher die Gastfreundschaft im Vordergrund stand: 10 Euro pro Person!

Übernachtung auf dem Parkplatz einer wohnmobilfreundlichen Gaststätte in Cerrocupo, die Bar Allegria di Calore, Mit dem Wohnmobil nach Süditalien, der Westen, S. 38

10. Tag:

Cerrocupo - Castelgandolfo

Besichtigung: Gaeta, Sperlonga, Via Appia

Übernachtung auf ausgeschildertem Wohnmobilstellplatz in Castelgandolfo (quasi beim Papst um die Ecke).

11. Tag:

Castelgandolfo - Lazise

12. Tag:

Lazise - Nieheim