England (Sommer 2007)

Die Karte

In den vergangenen Jahren haben wir festgestellt, dass der Mittelmeerraum für eine Sommereise allein schon wegen der Temperaturen ungeeignet ist. Also waren Alternativen zu suchen. Der erste Versuch: England

Die Vorbereitungen waren wegen des dritten Reiseteilnehmers, unserer Dalmatinerhündin Elva, ungewöhnlich, weil deren Einreise ja nur unter besonderen Voraussetzungen möglich war. Letztlich erwiesen sich alle Laufereien und Umstände als erfolgreich und die Erfordernisse des PET-Travel-Scheme waren erfüllt.

1. Tag:

Nieheim – Calais

Sofort zeigte sich die andere Orientierung. Bereits nach ca. 100 Metern mussten wir nicht wie üblich rechts, sondern links abbiegen. Quasi ein Kulturschock!

Kaum hatten wir die Grenze zu Frankreich überschritten, musste noch schnell ein Supermarkt aufgesucht werden, um die gewohnten französischen Lebensmittel einzukaufen. So englisch sollte es nun auch nicht werden und ein etwas mediterranes Flair musste mitgenommen werden! Natürlich ist die Gegend um Tourcoing alles andere als mediterran, aber das Angebot im Supermarkt ist halt doch in vieler Hinsicht dasselbe wie etwa in Montpellier.

Übernachtung auf dem Parkplatz der Fährgesellschaft Seafrance

2. Tag:

Calais - Alfriston

Besichtigung: Rye, Winchelsea

Wanderung: Klippen von Dover, Seven Sisters

Also hinein in den Linksverkehr, Umrechnen von Geschwindigkeitsbegrenzungen und Entfernungen in Meilen und nach langer Zeit einmal wieder bezahlen mit Geld, das einem fremd erscheint. Alles ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber doch machbar und irgendwie auch etwas Salz in der Suppe einer Endeckungsfahrt. Der Linksverkehr wird dem Neuankömmling dadurch erleichtert, dass in England mit gegenüber kontinentalen Verhältnissen unglaublich defensiv und voraussschauend gefahren wird. United Kingdom douze points! Sehr angenehm auch, dass fast jeder Parkplatz mit einer Toilette versehen ist, so dass der Inhalt der Womo-Toilette jeden Morgen einen Abnehmer fand. Sehr hilfreich, wenn man wie wir ohne Chemie auskommen will.

Übernachtung: High and Over Car Park (mit dem Wohnmobil nach England, S. 55). Zwar direkt an der Strasse, aber dennoch zumindest zur üblichen Schlafenszeit ausreichend ruhig.

3. Tag

Alfriston - Lingfield

Wanderung: Sissinghurst

Besichtigung: Beachy Head, Sissinghurst

Zunächst noch einmal auf einige grandiose Klippen bei Beachy Head, dann der erste Einkauf in England. Sainsburys und Tesco bieten eigentlich alles, was der Wohnmobilfahrer und Selbstversorger braucht und auch ganz und gar unenglische Lebensmittel sind zu haben(eigentlich haben wir auch nichts anderes erwartet). Aber Käsesorten wie Cantal oder Franche Comte liegen natürlich nicht überall herum. Dafür war ja auch der Einkaufsstop in Tourcoing erforderlich.

England ist ja das Land der Gärten. Und meine Beifahrerin liebt Gärten. Hunde sind jedoch in der Regel nicht zugelassen, so dass wir mehrfach die Aufgabenaufteilung vornahmen: Fahrer und Hund gehen wandern, Beifahrerin besichtigt Garten.

Übernachtung auf Campingplatz in Lingfield bei Crawley.

4.Tag:

Lingfield - Hanford Child-Okeford

Besichtigung: Winchester, Salisbury, Shaftesbury

Auf dem Weg nach Westen Stops in Winchester, Salisbury und Shaftesbury. Stellplatz bei Hanford Child-Okeford (mit dem Wohnmobil nach England, S. 81). Obwohl unmittelbar an der Strasse, die bis etwa 19 Uhr recht belebt wirkte, sehr angenehmer Platz. Der überwiegend landwirtschaftliche Verkehr ließ am Abend stark nach.

5.Tag:

Hanford Child-Okeford - Moretonhampstead(Dartmoor)

Besichtigung: Abbotsbury,Subtropical Gardens

Wanderung: South-West-Coastal-Path bei Abbotsbury

Bis zum frühen Nachmittag sehr schöner Tag mit malerischem Abbotsbury, außergewöhnlichem Garten und grandioser Küstenlandschaft. Dann begann es jedoch zu regnen und wir fuhren, das Klischee bestätigend, in das regnerische Dartmoor. Dazu passend eher einsamer aber im Dunst und Nebel richtig gruseliger Stellplatz am Blackingstone Rock(Mit dem Wohnmobil nach England, S. 98). In der Nacht schauerlich heulende Hunde wurden aber nicht geboten. Bei genauer Betrachtung sind ein paar landwirtschaftliche Anwesen auch nicht weit. Wahrscheinlich der sicherste Übernachtungsort der Welt.

6.Tag:

Moretonhampstead - Princetown

Besichtigung: Torquay, Dartmouth

Regnerischer Tag, der die Freundlichkeit hatte, die kräftigen Schauer auf die Zeit der Fahrten zu beschränken. Am Nachmittag dann aber doch noch Sonnenschein, der die Fahrt von Dartmouth nach Plymouth an der Küste entlang verschönte.

Übernachtung erneut im Dartmoor, allerdings auf einem einfachen Wiesen(camping)platz hinter einer Gaststätte in Princetown.

7.Tag:

Princetown - Wheddon Cross

Besichtigung: Exeter

Wanderung: Dartmoor, Haytor Rocks

An diesem Tag konnten wir den Regengüssen nicht ganz entgehen, aber dafür sah das Dartmoor auch genauso aus, wie Edgar Wallace usw. es versprechen.

Übernachtung auf einem geräumigen aber durchaus netten Parkplatz im Dorf Wheddon Cross zwischen Wiesengelände und Gaststätte. (mit dem Wohnmobil nach England, S. 133)

8.Tag:

Wheddon Cross - Godney(Glastonbury)

Besichtigung: Wells, Glastonbury

Wanderung: Bossington

Vormittags wunderbare Küstenwanderung bei Bossington mit Blick auf den Bristol Channel.

Übernachtung auf familiärem Bauernhof-Campingplatz in Godney bei Glastonbury.

9.Tag:

Godney - Lacock

Besichtigung: Garten Stourhead, Bath

Sonntag, der richtige Wochentag um die quirlige und von Touristen gern besuchte Stadt Bath anzusteuern. In relativer Zentrumsn´┐Żhe sogar kostenlosen Parkplatz gefunden.

Übernachtung in Lacock am Gasthaus Red Lion, zu Recht in mit dem Wohnmobil nach England empfohlen(S. 142). Der andere in Lacock empfohlene Platz ist anscheinend nicht mehr zugänglich, da die Balken am Nachmittag bereits geschlossen waren. Der auf der Vorseite besprochene Platz in Corsham ist inzwischen gebührenpflichtig.

10. Tag:

Lacock - London

Wanderung und Besichtigung: Oxford

Wir lösten das Parkplatzproblem in Oxford dadurch, dass wir etwa 4 KM vom Zentrum entfernt in einem Vorort hielten. Das hatte allerdings den Nachteil, das wir drei Stunden durch den Regen stapfen mussten. Egal, Elva und wir hatten jedenfalls den nötigen Auslauf.

Dann das Abenteuer Stellplatz finden in London. Wir hatten uns entschlossen, den in Campingführern aufgeführten Platz irgendwo zwischen Enfield und Edmonton anzusteuern. Der Londoner Verkehr und die erstaunlich wenigen Hinweisschildern innerhalb Londons machten die Anreise zu einem durchaus anregenden Erlebnis. Zwischenzeitlich hatten wir uns darauf verlegt, uns nach der Himmelsrichtung zu orientieren. Das ist ja eigentlich nichts anderes als GPS, oder?

Der Platz ist akzeptabel, erfordert aber eine längere und mit Umsteigen verbundene Anreise in die City mit öffentlichen Verkehrsmitteln(es wird doch wohl niemand auf die Idee verfallen, mit dem Womo vor Big Ben vorzufahren?).

11. Tag:

London

12. Tag:

London

13. Tag:

London - Calais

Besichtigung: Canterbury

Wanderung: Cap Blanc-Nez

Noch eine Runde durch Canterbury und dann standen wir, eigentlich einen Tag zu früh, wieder an der Fähre. Es war aber kein Problem umzubuchen. Zwei Stunden später befanden wir uns auf einem aussichtsreichen Stellplatz, ganz spontan gefunden, bei Cap Blanc-Nez westlich von Calais. Irgendwie kam ich mir schon wieder vor wie am Mittelmeer. Die Sonne schien und wir waren in Frankreich.

14. Tag:

Calais - Nieheim

Besichtigung: Veurne, Brügge

Noch einmal einkaufen in Calais und dann mit Zwischenstops nach Hause. Allerdings kann ich wirklich nicht empfehlen, am Freitag Nachmittag an Antwerpen vorbeifahren zu wollen. Dann hat man wohl die Wahl zwischen Reifen plattstehen auf der Autobahn oder Nebenstrassen in Flandern kennenlernen.